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Noch eine unangenehme Wahrheit...

Tankerkatastrophe geschieht täglich

In diesen Tagen hört und sieht man in allen Medien Berichte zu Untergang des Supertankers Prestige mit 70'000 Tonnen Rohöl an Bord. Das Öl wird zum Teil mit der Zeit an Land geschwemmt. Was nicht ans Land kommt bleibt im Meer und keiner weiss was es dort verursacht.

Pro Jahr werden auf den Weltmeeren 1,3 Milliarden Tonnen Rohöl transportiert. Wie viele Schiffe dabei zu Bruch gehen, habe ich vorerst nicht nachgezählt. Im Normalfall fahren die Tanker in den Bestimmungshafen und werden dot gelöscht. Wenn abgeladen ist, fährt das Schiff wieder aus dem Hafen. Die Schiffsmannschaft reinigt die Tanks auf dem Rückweg auf dem offenen Meer. Die Reste werden irgendwo unterwegs ins Meer gepumpt. Dies ist absolut legal und wird von der Erdölwirtschaft auch nicht bestritten. Gemäss den Transportkonventionen darf diese Restmenge aber nicht mehr als 1,6 Promille der Transportmenge betragen. Ob diese Promillegrenze eingehalten oder über- bzw. unterschritten wird, kann ich nicht beurteilen. Ich rechne mit diesen offiziell genehmigten 1,6 Promillen. 1,6 Promille der transportierten Menge von 1,3 Milliarden Tonnen ergibt 1,08 Millionen Tonnen pro Jahr. Wir rechnen das Jahr zu 365 Tagen. Dies ergibt eine Menge Rohöl von 5700 Tonnen pro Tag, die auf legalem Weg in’s Meer gepumpt werden.

Die Menge von 70'000 Tonnen, die der Tanker „Prestige“ vor Galizien verloren hat, werden also innert 12 Tagen auch auf legalem Weg erreicht. Anders gesagt: alle zwölf Tage wiederholt sich diese Katastrophe automatisch und ohne dass es jemanden stören würde.

Zeitungsbericht aus „DER FURTTALER“ vom 6. Dezember 2002.

Verfasser: Erich Sonderer, Förster Forstrevier Furttal, Boppelsen/CH

 

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