A.N.E.L.C. Ayuda al Niño En La Calle

Straßenkinderhilfe


Rundbrief August 2002: Fußball und Zahnarztbesuch

Liebe Schwestern und Brüder!

Die zwanzig Jugendlichen hatten brav am Bau der Erweiterung von La Paloma gearbeitet, die dank einer Baumaterialspende und der Arbeitskraft der Jugendgruppe durchgeführt wird.

Die zehn, die schon seit dem Vormittag angefangen hatten, haben auch ein Frühstück und Mittagessen bekommen. Später kam der Rest und nun mussten die Nachzügler auch fest ran um ihr Abendessen zu verdienen.

Ja, der Bau wuchs und die schönen Tage wollten genutzt sein. Das Dach aus neuen Wellblech sollte vor dem großen Regen fertig sein und es sollte nicht überall durchtropfen.

Um 6 Uhr wird es schon dunkel jetzt im Winter, und die Arbeit stoppte, aber der Tatendurst noch nicht. Zur "Erholung" sollte noch ein kleines Fußballspiel, ein "fulbito", stattfinden. Fünf Spieler spielen auf jeder Seite. Die Scheinwerfer beleuchten dürftig das Feld. Es ist kein maßgerechtes Fussballfeld, aber es ist das eigene. Los ging es und nach eigenen Regeln, aber nach Regel und ohne Kravall, trotz des ziemlich harten Spiels. Ja, wenn man nur wegen der Ehre spielt, dann ist es manchmal ein bisschen härter.

Eine andere Gruppe Jugendlicher musste zum Zahnarzt nach Morón. Die Rechnung ergab, dass, wenn sie zu sechst ein Taxi mieteten, der Transport billiger und schneller zu machen sei und sie noch zum Abendessen zurück sein konnten. Deswegen hatten sie für die Rückfahrt sich schon mit einem Mietwagenfahrer, der in der Nähe von La Paloma wohnt, abgesprochen, er sollte sie um 19.30 Uhr abholen. Aber dann kamen sie doch später zurück, denn...

Tja, das bestellte Taxi kam nämlich nicht zur abgemachten Stunde, denn der Fahrer hatte noch eine andere Fahrt vorher gemacht, die länger als vorgesehen dauerte, denn er wurde von einer Straßensperre behindert. Straßensperren sind nun die große Mode in Argentinien. Jede Gruppe, die protestieren und sich eine intensive Publicity verschaffen will, und das sind viele, sperrt eine große Strasse oder Autobahn. Dann kommt das Fernsehen und es werden Reportagen gemacht und man kann sein Anliegen an die große Glocke hängen. Gratis sozusagen.

Also, eine Sperre verhinderte das zeitgerechte Erscheinen des Fahrzeugs. Währenddessen standen unsere Jungs auf der Straße und warteten. Dabei haben sie sich unterhalten, gealbert, ein wenig getobt und laut gelacht. Das beunruhigte ein paar Leute, die wiederum die Polizei alarmierten. "Eine Rowdiegruppe ist da, eine wüste Horde!" Da es schon dunkel war, war die Angst dieser Leute auch irgendwie gerechtfertigt. Es gibt so viel Überfälle! Die Polizei erschien und herrschte die Jugendlichen an, sie sollten da weg gehen und glaubten nicht an einen Zahnartzbesuch und an das Warten auf ein Taxi, was natürlich heftigen Protest auslöste. Dann sollten sie untersucht werden. Ein Polizist griff sich einen der schmächigsten, dem gerade ein Zahn gezogen worden war und der eine geschwollenen Backe hatte, und versuchte, den Mund des Jungen zu untersuchen, weil er dort Rauschgift vermutete. Dank einer beherzten Frau, die dort einen kleinen Tabakkiosk führt, und die dem Polizisten versicherte, dass sie die Jungs kenne und dass sie von La Paloma seien und dank der Tatsache, dass dann auch noch das Taxi erschien, beruhigten sich die Polizisten und die ängstlichen Nachbarn. Die Situation war gerettet. 

Beim Abendessen wurde die Begebenheit ausführlich besprochen, mit einigen empörten Bemerkungen bezüglich Polizei und Gewalt, aber vor allem wurde sehr hervorgehoben, dass die Zugehöhrigkeit zu La Paloma das helfende Moment war. Tatsache ist, dass Kinder der Elendsviertel irgendwie erkennbar sind und von der übrigen Bevölkerung als potenzielle Verbrecher eingestuft und dementsprechend behandelt werden.

Uns gab diese Episode sehr zu denken und da die Zugehöhrigkeit zu dem Heim unserer Kirche den Kindern einen gewissen Schutz vor Übergriffen gewährt, wollen wir sie nun mit Ausweisen unserer Gemeinde ausstatten. Der soll den Namen, die Nummer des Personalausweises, ein Foto des Kindes und Logo, Bezeichnung und Telefonnummer unserer Gemeinde und von La Paloma enthalten.

Leider eine unvorhergesehene Ausgabe, die uns die Unsicherheit und Angst der Leute auferlegt. 

Für jede Mithilfe sind wir sehr dankbar.

Herzliche Grüsse und Gott befohlen!

 

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Vielen Dank im Namen der Kinder!

 

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